Kurzinhalt

Warum sind Kinder eigentlich so, wie sie sind - dieser Kernfrage geht die Dokumentation "Jahre der Neugier - von Forschern, Träumern, Konstrukteuren" nach. Im Mittelpunkt stehen 145 Kinder einer Einrichtung im Osten Deutschlands. Es gibt den Erfinder, den Philosophen, den Forscher, die Künstlerin und die Weltverbesserin. Sie alle verbindet, dass sie an sich und ihren Weg als selbstbewusste, selbst bestimmende Persönlichkeiten glauben. Sie haben Energie, Witz und einen überaus klaren Blick für die Realität. 12 Pädagogen und Erziehungswissenschaftler, die in einem jeweils kunst- und fantasievollen gestalteten Raum interviewt werden, erläutern und erklären ihre Sichtweise, geben Auskunft über Entwicklung, Intelligenz und Denkprozesse. - Eine Gegenüberstellung die Lösungsansätze aufzeigt, Mut macht und den Zuschauer mit einer Vielzahl an Eindrücken zurücklässt. Der Zuschauer wird eingeladen einer komplexen Gedankenreise zu folgen, die mit liebevoll komponierter Musik zeigt, welche Chancen und Möglichkeiten in der sächsischen Vorschulerziehung stecken …



Hintergrund

Ausgangspunkt für die Dokumentation waren die Diskussionen über das deutsche Bildungssystem und das Verlangen nach Reformen. In Sachsen hat man dafür 2006 den Sächsischen Bildungsplan eingeführt, der für alle Kindertageseinrichtungen im Freistaat verbindlich ist. Wie aber gehen Einrichtungen mit diesem Plan um, welche Lösungsansätze gibt es, wie kann die veränderte Sicht zum Kind bei der Gestaltung des pädagogischen Prozesses realisiert werden, was bringt das den Kindern und wie erleben Kinder ihre Zeit im Kinderhaus, des "Größer Werdens" eigentlich selbst? Wir wollten aktuelle Strömungen in der Vorschulerziehung in Sachsen nach der Einführung des Bildungsplans anhand einer Beispieleinrichtung aufzeigen. Im gemeinsamen Dialog wurden die Erfahrungen der Kinder und Pädagogen erarbeitet und zum Thema des Films gemacht. Jede einzelne Etappe der Filmproduktion von der Idee bis zur Vorbereitung der Premiere wurde mit den Kindern diskutiert - ihre Vorschläge berücksichtigt. Sie haben den Film selbstständig mitentwickelt, d.h. sie haben ihre Gedanken, ihre Sicht von Wichtigkeit in den Film eingebracht und auf die Gestaltung verschiedener Szenen Einfluss genommen, in dem sie die Inhalte der Sequenzen aus ihrer Perspektive gestalteten. Der Film entstand über einen 15monatigen Produktionszeitraum, um eine Prozess begleitende Dokumentation zu gewährleisten. Er kommt ohne Kommentartext aus, d.h. Dramaturgie und Handlung stützen sich neben Musik und Soundeffekten ausschließlich auf O-Töne mit dem Erzieherteam und den Kindern. Entstanden sind fantasievolle Sequenzen, die durch eine aufwändige Aufbereitung in der Postproduktion - mit Animationen, Farbkorrekturen und schließlich im Schnitt die passende finale Brillanz erhielten.



Das Haus

Das Kinderhaus krea(k)tiv befindet sich im Dresdner Süden und öffnete im Jahr 2000 seine Pforten. 145 Kinder im Alter zwischen 1 und 7 Jahren erleben hier wichtige Entwicklungsschritte, hinterfragen, gestalten und erforschen ihren Alltag oder begeben sich auf Spurensuche. Das Kinderhaus arbeitet in der gruppenoffenen Arbeit nach der italienischen Reggio-Pädagogik in der gruppenoffenen Arbeit und ist ein Projekt des Kindervereinigung Dresden e.V.




Medienpädagogik

Oberstes Ziel war natürlich die 145 Kinder im Alter von 0-7 Jahre behutsam an das Thema Film heranzuführen. Sie erhielten die Möglichkeit sich mit einer Ausdrucksweise der audiovisuellen Darstellung vertraut zu machen und die Kommunikation untereinander zu fördern - mit dem Ziel "sich über sich" auszutauschen - das bin ich, das kann ich, das sind meine Stärken. Die Kinder bekamen die Möglichkeit eigene Prozesse ihrer Entwicklung sichtbar werden zu lassen. Das Projekt verstand und versteht sich somit als Arbeitsgrundlage. Es bietet die Möglichkeit mehr über den pädagogischen Alltag in einer Kindertageseinrichtung zu erfahren - das forschende Lernen kann mehrdimensional nachvollzogen werden. Es eignet sich darüber hinaus als hervorragendes Medium zur Dokumentation von Entwicklung. Durch das Medium Film kann "ich" mehr entdecken - die Erlebnisse intensiv emotional wieder erlebbar. Das Projekt hat zudem zur Qualitätsentwicklung für die Pädagogen beigetragen. Bildungsprozesse wurden sichtbar gemacht. In der Projektreflexion wurde schließlich deutlich, dass die Kinder mit ihrem Blick auf die Welt, den Erwachsenen neue Wege eröffnen. Diese wirken wiederum bereichernd für das bessere Verstehen der Denkwege der Kinder. Durch das Medium Film konnte eine Vielschichtigkeit dargestellt werden, die durch eine alleinige Beobachtung nie gelungen wäre. Wie Kinder sich ausdrücken, welche Denkstrukturen dahinter stecken, konnten mit dem Medium sehr gut verdeutlicht werden. Das Projekt wirkt nach, in dem es Pädagogen zur Weiter-entwicklung dient und Kinder weiter ausprobieren aber auch Themen auswerten lässt. Es wurden Ansatzpunkte für den Bildungsprozess verdeutlicht.



Dreharbeiten

Während intensiver Recherchen zum Thema; neue Wege in der Vorschulerziehung, Studien, Forschungen, Prognosen und der Entwicklung eines einheitlichen Bildungsplans für den Freistaat Sachsen, entstand die Idee zum Film. Er hatte das vorrangige Ziel die Umgehensweise mit dem Bildungsplan in den Kindertageseinrichtungen zu zeigen, Feedbacks zu transportieren und die Aufbruchstimmung zu dokumentieren. Die Konzentration lag auf einer Einrichtung und deren Entwicklung. Eine besondere Herausforderung für das Filmteam war die filmische Beobachtung selbst. Die Aufnahmetechnik musste so umfunktioniert und umgewandelt werden, dass sich die Kinder weder durch die Kamera, teilweise auch Kran und Dolly noch den Ton gestört fühlten. Es sollten Alltagssituationen abgebildet werden, die von selbst geschehen und nicht durch Ansagen, Wiederholungen oder Korrekturen ins rechte Licht gerückt werden. Zum Einsatz kamen Mini- und Babystative - für die geringe Kamerahöhe. Das Team blieb stets im Hintergrund und gab durch intensive Vorbereitungen der einzelnen Einsätze lediglich Impulse.